Blick auf die Eisbachbrücke und die berühmte Welle.

Baden? Bumsen? Beides?

anuux on the hunt stellt dir nicht nur großartige Künstler*innen des queeren Medienbeets und Events vor, sondern auch die heißesten Ecken in unterschiedlichen Städten
Diesmal ist Redakteurin Jacky für dich in die klaren Fluten der Münchner Gewässerlandschaft eingetaucht. Egal ob der reine Badespaß, Surfsport oder doch eine Abkühlung nach einer spritzigen Erkundungstour an erster Stelle stehen: Die Isar hat für alle was zu bieten.

 


 

Iceicebaby

München. Die Sonne brennt. Die Frisur sitzt – ebenso wie das knappe Badehöschen, welches sich definitiv als nützlich bei Location Nummer eins erweist: Der Eisbach. Vor allem bekannt durch die Eisbachwelle – welche sich bei Surfer*innen international großer Beliebtheit erfreut – schlängelt sich dieser Isar-Arm seit über 200 Jahren durch den Englischen Garten. Vor allem an heißen Sommertagen locken sein Kiesbett und sein klares Wasser Münchner*innen sowie Besucher*innen gleichermaßen an. Egal ob alt oder jung, Familien, Gisela mit ihrem Hund von nebenan oder doch versierte Surfende in ihren knallengen Anzügen: Alle zieht es an den Eisbach. Und alle sans bekleidet

Mit oder ohne

Wie in einem nahezu utopischen Landschaftsgemälde wirken Eisbach und Englischer Garten gemeinsam und bieten neben Schwimmen, Surfen und massig Liegewiesen in Wassernähe auch die ein oder andere Möglichkeit zu flirten. Aber wie bereits erwähnt, ist Badebekleidung hier mehr als erwünscht. Sollte der Flirt an Fahrt aufnehmen und das Badehöschen irgendwann zu eng werden, lässt sich im weitläufigen Parkgelände gewiss eine ruhige Ecke finden, um Dampf abzulassen. Sind die Gemüter weiterhin erhitzt, bietet sich eine ordentliche Abkühlung im Anschluss an. Jedoch ist Vorsicht geboten: An einigen Stellen herrscht Badeverbot.

Action zuerst

Über die Eisbachbrücke, an der Prinzregentenstraße unweit der Münchner Residenz gelegen, lässt sich der Eisbach gut erkunden. Ein besonderes Schmankerl wird dort direkt zum Beginn geboten: Adrette Wellenreiter*innen in glänzender, enger Montur, die behände ihr Gleichgewicht auf der über einen halben Meter hohen Eisbachwelle halten. Sie geben den Weg frei für das etwas weniger aufreibende Badevergnügen einige Meter flußabwärts.

Less is more

Blick vom FKK-Bereich auf den Flauchersteg und Wasserfall in der Dämmerung.

 

 

Die zweite Location, die wir für dich am Start haben, befindet sich im Münchner Süden direkt in der Isar und ist über den Flauchersteg am Besten mit dem Rad zu erreichen. Zwischen Wasserfällen, Inseln und reichlich Grün erstreckt sich eine Bade- und Sinnlichkeitslandschaft mit Tradition. Der Flaucher. Und im Gegensatz zum Eisbach ist Nacktheit hier kein Problem. Also runter mit den Fummeln – sofern du dich damit wohlfühlst. Zwang zur Nackheit herrscht hier nicht

Eine Isar für Alle

Ebenso wie am Eisbach ist das Publikum, mit und ohne Textil, hier bunt gemischt. Egal ob heteronormativ, queer, alleine oder mit Begleitung. Der Flaucher bietet allen Badewütigen eine ruhige und vor allem weitläufige Auenlandschaft. Aber selbst wenn sich die geneigte Lesbe unbezwungen neben einer fünfköpfigen Familie sonnt ist der großteil des queeren Publikums dennoch eher schwul geprägt und männlich gelesen. Und trotz des Männeroverflows herrscht eine äußerst entspannte und unaufgeregte Stimmung – was durchaus der Weitläufigkeit zu verdanken ist. So findet jede*r das für sich passende Eckchen. 

Action und Abkühlung

Auf der östlich des Flaucherstegs gelegenen Insel, welche nur via “Fußbad” durch die dort flache, aber bisweilen rasant strömende Isar erreichbar ist, geht es am Kiesstrand gediegen zu. Im buschig bewachsenen Mittelteil führen viele kleine Pfade in ein verwinkeltes Wäldchen mit ruhigen Nischen zum Chillen oder eben Vögeln. Wo in der einen Gebüschbucht im lockeren Spiel aus Sonne und Schatten gedöst wird, wird eines weiter gecruised – und niemanden störts. Der dortige Strand ist weithin als FKK-Bereich bekannt und geschätzt. 
Zum Runterschackern lassen sich die Besucher*innen entweder vom Wasserfall am Flauchersteg bis zum Ende der Insel in der Strömung der Isar treiben oder schwimmen einige Runden in einem ruhigen Alt-Arm. Zwar gibt es auch hier gewisse Verbotsbereiche, was das Baden angeht. Aber zum Schwimmen gibt es genügend Möglichkeiten. 

München, du Perle

München zeigt sich besonders hier von seiner offenen und charmanten Seite – schon fast als Spiegel der Stadtregierung. Mit Dominik Krause, einem jungen, schwulen und grünen Bürger*innenmeister, welcher seit April 2026 im Amt ist, geht die Landeshauptstadt mit einem wundervollen Beispiel im sonst sehr konservativen Bayern voran. 
So kann getrost weiter gebadet und auch gebumst werden – oder eben beides.

JOW

 

 


 

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