anuux on the hunt: Lars Tönsfeuerborn – Prinzen, Podcasts, Politik
© Lukas Sowada

anuux on the hunt: Lars Tönsfeuerborn – Prinzen, Podcasts, Politik

Von Reality-TV über eigene Podcast-Formate hin zur Politik. Wie dies zustanden kam verrät uns der Tausendsassa im Interview. Let's press play!

anuux on the hunt stellt euch nicht nur die heißesten queeren Spots und Events vor, sondern begibt sich auch auf die Suche nach Personen mit dem gewissen Etwas! Das diesmalige gewisse Etwas bringt Lars Tönsfeuerborn mit: Fernsehen, Podcast, Mental Health und nun auch Politik? Wie der Wahl-Düsseldorfer vom Reality-Star zur Politik kam und wie er mit der fragwürdigen aktuellen Fahrweise der SPD umgeht, erzählt er uns hier.

 


 

Deine Teilnahme bei Prince Charming liegt nun schon sieben Jahre zurück. Hast du die Show wirklich für die Suche nach Liebe gewählt oder war der Antrieb eher das Rampenlicht mit einem etwaigen netten Add-On genannt “Liebe”?

Sind wir doch ehrlich: Wer ins TV geht, weiß, worauf er sich einlässt, und hat auch sicherlich entsprechende Absichten. Allerdings wurde ich damals angefragt und habe mich nicht aktiv beworben. Da es die erste Staffel war, waren alle noch ganz naiv, worauf sie sich einlassen. Klar habe ich dann auch an die Reichweite für den Podcast „schwanz & ehrlich“ gedacht. Aber für mich war es auch mal eine Möglichkeit, auf eine andere Weise zu daten. Und es hat ja auch geklappt. Zumindest für eine gewisse Zeit.

Hast du dich schon immer für ein Leben in der Öffentlichkeit interessiert?

Hab ich mich schon immer dafür interessiert? Sagen wir mal, es hat mich fasziniert. Jedoch gab es jetzt keinen gezielten Plan. Für mich war von Anfang wichtig, die Reichweite auch immer sinnvoll zu nutzen. Das mögen manche nicht so glauben, aber ich muss mich da nicht rechtfertigen. Ich weiß, was wir mit dem Podcast und was ich mit anderen Projekten erreicht habe. Damit konnte vielen Menschen geholfen werden.

Über unterschiedliche Medien, wie eben zahlreiche Podcasts, und andere Auftritte in der Öffentlichkeit bist du mittlerweile in der Politik gelandet. Dass man für Regierungsarbeit nicht viel Talent, aber eine gewisse Skrupellosigkeit braucht, sehen wir nicht nur in Deutschland täglich. Steht nun die Politik an, weil es mit anderen Jobs eher mau aussieht?

Bei mir sieht es jobtechnisch alles andere als mau aus. Meine Agentur PTO Media läuft erfolgreich, meine Podcasts „Niemand muss ein Promi sein“ und „Zu Viel – Der Mental Health Podcast“ ebenfalls. Ich kann nicht gerade behaupten, unterfordert zu sein. Jedoch habe ich mich bewusst gegen einen weiteren Weg im TV und im Entertainment entschieden. Da wären wir wieder beim Sinn meines Schaffens. Unsere Demokratie steht unter enormem Druck und für mich ist es ein klarer Schritt, für sie zu kämpfen. Daher habe ich mich aktiv für die Politik entschieden, auch um gegen etablierte Strukturen zu kämpfen.

Du bist seit 2025 Mitglied der SPD. Diese hat sich in der aktuellen Legislaturperiode kaum mit Ruhm besudelt. Vor allem die Abschaffung des Informationsfreiheitsgesetzes wurde von ihr mitgetragen. Weiterhin gab es nur wenig Widerstand gegen den sozialen Kahlschlag, welcher nun in Deutschland wütet. Wie vereinbarst du deine Werte mit dieser Partei?

Für mich gilt es hier vor allem zwischen der Partei und einzelnen Akteuren zu unterscheiden. Die Basis steht weiterhin zu den Werten der Sozialdemokratie. Jedoch befinden sich die Spitzenakteure in einer Regierung der Kompromisse. Heiße ich das gut? Nein, auf keinen Fall. Ich selbst habe gegen diese Koalition gestimmt. Die Umfragewerte zeigen, wohin uns diese Politik bringt. Das merkt auch langsam die Basis. Während einzelne an ihren Positionen und der Macht festhalten, regt sich dort langsam der Unmut. Am Ende muss die Spitze ihr Handeln vor der Partei rechtfertigen und wird dann auch die entsprechende Quittung bekommen. Ich glaube aber weiterhin an die Werte der SPD, auch wenn es aktuell schwerfällt.

2027 möchtest du in den Landtag in NRW. Welche Absichten verfolgst du dort?

Ich hatte die Absicht, in den Landtag zu ziehen. Jedoch hat sich die Düsseldorfer SPD in einer internen Wahl dagegen entschieden. Ich bin dennoch erhobenen Hauptes aus der Wahl gegangen. Als neues Mitglied konnte ich über ein Drittel der Stimmen gewinnen. Das ist für mich ein persönlicher Erfolg und zeigt mir, dass ich auf dem richtigen Weg bin.

Und wie geht es nun weiter?

Für mich geht es jetzt an der Basis weiter. Ich werde mich vor Ort einbringen und selbstverständlich auch öffentlich weiter meine Stimme erheben. Die nächste Wahl wird kommen und mein Feuer brennt weiter.

Der Anschlag auf den Berliner CSD am 25.07.2026 hat die Gesellschaftslager noch mehr gegeneinander aufgepeitscht. Wie gehst du mit dieser Situation um?

Ich war selbst in Berlin vor Ort und die Stimmung kann man nicht beschreiben. Es hat einige Tage gebraucht, um erst einmal richtig zu realisieren, was da passiert ist. Natürlich haben diverse Stimmen nicht lange auf sich warten lassen. Erschreckend finde ich vor allem, wie kleingeistig viele Menschen mittlerweile handeln. Wer den Islam nicht vom Islamismus unterscheiden kann oder eine Migrationsdebatte anfängt, obwohl der Attentäter ein hier geborener deutscher Staatsbürger war, der zeigt, welch Geistes Kind er ist. Wir haben ganz andere Diskussionen in diesem Land zu führen. Extremismus, egal ob religiös, von rechts oder von links, dürfen wir niemals so hinnehmen. Wichtig ist hierbei jedoch, immer faktenbasiert zu bleiben und die Lage nüchtern zu betrachten. Das haben wir vor allem auch durch Social Media verlernt. Jeder sollte sich zu jedem Zeitpunkt hinterfragen, bevor er etwas in die Öffentlichkeit posaunt.

Danke Lars!

 


 

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